KOBLENZ. Die Stadtwerke Koblenz GmbH sind ein zu 100% kommunales Tochterunternehmen der Stadt Koblenz. Zur Stadtwerke-Gruppe gehören unter anderem die beiden großen Tochtergesellschaften Koblenzer Verkehrsbetriebe GmbH (koveb) und Koblenzer Bäder GmbH, die das Moselbad betreibt. Die SWK verantworten die Betriebszweige Hafen- und Bahnbetrieb sowie eigene Beteiligungen und das Beteiligungsmanagement der Stadt Koblenz. Mit ihren Tochtergesellschaften bringt die SWK-Gruppe Koblenz in Bewegung: Ob im Hafen die Container oder im Alltag die Menschen in den Bussen oder im Moselbad.
Die SWK-Gruppe blickt auf ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr zurück: Mit einem Jahresergebnis von 9,3 Mio. € bewegt sich das Unternehmen weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und bestätigt damit seine stabile wirtschaftliche Entwicklung. Das Ergebnis wurde unter Berücksichtigung der Defizite der Tochtergesellschaften koveb und Moselbad erzielt. Wesentliche Ertragsquelle zur Finanzierung der Daseinsvorsorge in Koblenz sind die Ausschüttungen der evm-Gruppe, an der die Stadtwerke Koblenz GmbH größter Anteilseigner ist. Ein Meilenstein wurde hier mit Wirkung zum 01.01.2026 für die Zukunft erreicht: Zu diesem Stichtag ist es möglich die Gewinne der evm-Gruppe mit den Verlusten der KBG und koveb im Rahmen des sogenannten steuerlichen Querverbunds vor Versteuerung zu berechnen.
Mit einer Gewinnausschüttung von 6 Mio. € an die Stadt Koblenz trägt die SWK einen verlässlichen Teil zur Finanzierung des städtischen Haushalts bei. Der verbleibende Gewinn wird den Rücklagen zugeführt, um zukünftige Investitionen der SWK-Gruppe sowie die Finanzierung der Daseinsvorsorge in Koblenz zu sichern.
Die Energieversorgung Mittelrhein AG (evm) bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor für die positive Entwicklung der SWK-Gruppe. Als Hauptgesellschafter profitieren die Stadtwerke maßgeblich von den weiterhin sehr guten Ergebnissen der evm, die sich trotz eines dynamischen und stark durch politische Rahmenbedingungen geprägten Energiegeschäfts auf Rekordniveau bewegen. Auch der Ausbau erneuerbarer Energien wird weiter vorangetrieben. Mit rund 72 Millionen Kilowattstunden aus eigenen regenerativen Erzeugungsanlagen leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur klimaneutralen Energieversorgung in der Region. Die gemeinsame Gesellschaft KO-Solar intensiviert ihre Aktivitäten kontinuierlich und wird im Jahr 2026 erstmals die Megawatt-Marke bei installierter Leistung überschreiten. Die KO-Solar sorgt für den Ausbau der erneuerbaren Energien auf Flächen städtischer Liegenschaften.
„Wir stehen mit der evm in einem kontinuierlichen und engen Austausch, um gemeinsam die energiepolitischen Herausforderungen zu meistern und die Zukunft der regionalen Energieversorgung aktiv zu gestalten“, betont Lars Hörnig, Geschäftsführer der Stadtwerke Koblenz.
Rheinhafen Koblenz: Wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region
Auch der Rheinhafen Koblenz bleibt von geopolitischen Krisen und konjunkturellen Einflüssen nicht unberührt. Dennoch konnte der Rheinhafen auch im vergangenen Jahr wirtschaftlich betrieben werden. Mit einem Containerumschlag von knapp 86.700 TEU (twenty-foot-equivalent-unit) im Jahr 2025 ist der Umschlag sogar um rund 2 % zum Vorjahr gestiegen. Die Gesamttonnage liegt bei etwa 1.028.000 Tonnen, wovon rund 830.000 Tonnen auf den Hafen- und 198.000 Tonnen auf den Bahnbereich entfallen.
Im Rheinhafen Koblenz wurde im Jahr 2025 ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Hafenentwicklung umgesetzt: Mit der Inbetriebnahme von insgesamt sieben Landstromanlagen ist es möglich, Schiffe während der Liegezeiten emissionsarm mit Energie zu versorgen und so die Umweltbelastung im Hafenbetrieb deutlich zu reduzieren.
Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit des Rheinhafens langfristig zu sichern und den Standort nachhaltig zu stärken. Aus diesem Grund werden auch in Zukunft weitere Investitionen in die Infra- und Suprastruktur getätigt. Der Fokus der Neubeschaffungen liegt bei einer neuen Krananlage am Ostufer. „Der Rheinhafen Koblenz ist ein zentraler Wirtschafts- und Logistikstandort für die gesamte Region und besitzt eine hohe strategische Bedeutung für die zukünftige Entwicklung. Mit den laufenden Investitionen und der konsequenten Weiterentwicklung stellen wir mit unseren Partnern sicher, dass der Standort auch langfristig wettbewerbsfähig und leistungsstark bleibt“, betont Lars Hörnig.
Schon jetzt wird auf ein besonderes Ereignis hingewiesen: Der Rheinhafen Koblenz feiert als bedeutender Logistik- und Wirtschaftsstandort im Jahr 2027 sein 60-jähriges Bestehen!
Die Stadtwerke Koblenz planen hierfür ein Hafenfest, das ein breites Publikum willkommen heißen wird. Geplant ist das Hafenfest am Wochenende 21. August und 22. August 2027statt.
Koveb: Messbarer Zugewinn an Kundenvertrauen
Bürgerpanel 2025
Die koveb hat maßgeblich an Kundenvertrauen gewonnen – so ein zentrales Ergebnis des Koblenzer Bürgerpanels 2025. Die Zufriedenheit mit dem ÖPNV-Angebot im Busverkehr ist zum dritten Mal in Folge signifikant gestiegen. Gleichzeitig hat sich der Anteil der kritischen Stimmen deutlich reduziert – von 59 Prozent im Jahr 2019 auf inzwischen unter 30 Prozent.
Besonders positiv bewertet wurden:
· die Informationen zu Fahrplänen,
· die barrierefreien Bushaltestellen,
· die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Busse – auch unter erschwerten Bedingungen durch die Vielzahl an Baustellen.
Die gestiegene Zufriedenheit spiegelt sich auch im Mobilitätsverhalten wider: Der Anteil des Busverkehrs am Modal Split ist bei allen abgefragten Wegezwecken – Arbeit und Schule, Einkauf, Freizeit sowie Innenstadtbesuche – gestiegen. Bei Fahrten in die Innenstadt liegt der Bus erstmals knapp vor dem Pkw.
Betriebszahlen und Tickets
Die Fahrgastzahlen lagen mit rund 10,6 Mio. leicht unter Vorjahresniveau; aktuell zeichnet sich jedoch eine deutliche Trendwende ab:
· Im ersten Quartal 2026 stiegen die Fahrgastzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent.
· Von Februar auf März 2026 wurde sogar ein Zuwachs von 13 Prozent verzeichnet; im April folgte lediglich ein leichter Rückgang.
„Dieser Anstieg steht sicherlich auch im Zusammenhang mit den steigenden Spritkosten, die für den ÖPNV zugleich eine Chance sein können“, so Geschäftsführer Lars Hörnig. „Viele Menschen lernen erstmals die Qualität des Buslinienverkehrs in Koblenz kennen und schätzen. Angesichts der aktuellen Entwicklungen gewinnt ein leistungsfähiger und bezahlbarer ÖPNV zusätzlich an Bedeutung für das Gemeinwohl.“
Zu den wichtigsten Ticketangeboten für die Menschen in Koblenz und Umgebung zählen:
Netz Koblenz
· Preisreduzierung im Jahr 2025,
· auch 2026 gleichbleibend günstig,
· besonders attraktiv für Gelegenheitsfahrten,
· beispielsweise Tageskarte für 5,50 Euro, Wochenkarte für 20,- Euro.
Deutschlandticket
· Aktuell zählt die koveb rund 11.000 Abonnentinnen und Abonnenten (Privatkunden plus Jobticket-Nutzer), dazu kommen die Schülertickets für Koblenz
Jobticket
Mobilität wird für viele Menschen zunehmend zu einem Kostenfaktor. Das Jobticket bietet hier Vorteile für Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen:
· Arbeitgeber steigern ihre Attraktivität und stärken die Mitarbeiterbindung.
· Beschäftigte nutzen die Vorteile des Deutschlandtickets zu vergünstigten Konditionen
Ab einem Arbeitgeberzuschuss von 25 Prozent erhalten Jobticket-Nutzer zusätzlich 5 Prozent Rabatt auf den Ticketpreis. Derzeit zahlen Arbeitgeber pro Ticket monatlich 15,75 Euro, Mitarbeitende 44,10 Euro.
Digitale Services
Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Kundenservice und Digitalisierung ist das für das dritte Quartal 2026 geplante Upgrade der kovApp. Nachdem die kovApp 2025 für Deutschlandticket-Kunden eingeführt wurde, wird diese nun zu einer Full-Service-Anwendung ausgebaut. Künftig bündelt sie Ticketbuchung, Preisinformation, Fahrplanauskunft und Aboverwaltung in einer App.
Auch die digitale Kundeninformation wird kontinuierlich erweitert: Der WhatsApp-Kanal der koveb erreicht inzwischen rund 3.200 Follower und ist der schnellste Weg, sich unkompliziert über aktuelle Entwicklungen und die Verkehrslage zu informieren. Per Push-Nachricht werden wichtige Nachrichten direkt an die Abonnenten versendet.
Einen entscheidenden Beitrag zur Kundenzufriedenheit leisten zudem die DFI-Anzeiger mit Echtzeit-Fahrplänen, die inzwischen flächendeckend im Stadtgebiet installiert sind. Insgesamt wurden 121 Anzeiger über alle Stadtteile hinweg errichtet; das Projekt damit planmäßig abgeschlossen.
Für Fahrgäste mit Sehbeeinträchtigung stehen seit 2026 außerdem barrierefreie Fahrplan-PDFs auf der Website koveb.de zur Verfügung, die für Screenreader optimiert sind.
Haltestellen
Auch beim barrierefreien Ausbau der Haltestellen werden sichtbare Fortschritte erzielt: Aktuell sind 248 Haltepunkte barrierefrei ausgebaut, davon 121 vollständig barrierefrei.
Darüber hinaus erneuert die koveb derzeit rund 120 alte Wartehallen, die der bisherige Eigentümer, die Firma Süpla Städte- und Gemeindewerbung GmbH, zurückbaut. Das auf drei Jahre angelegte Projekt startete im Spätsommer 2025. Aufgrund technischer und planerischer Rahmenbedingungen lassen sich Wartezeiten zwischen Abbau und Neubau von Wartehallen nicht vermeiden. Grundsätzlich ist vorgesehen, alle abgebauten Wartehallen durch neue zu ersetzen.
Oldiebus
Ein Koblenzer Original kehrt zurück: Der koveb Oldie-Bus wurde aufwändig mit tatkräftiger Unterstützung der Fima MAN saniert und hat soeben am 19. Juni erfolgreich seine Jungfernfahrt nach der Restaurierung angetreten. Mit seinem Retro-Charme der 1970er Jahre und einer neuen Zapfanlage von Königsbacher kann der historische Bus ab sofort bei der koveb für eine Zeitreise gebucht werden. Interessierte können sich gerne unter oldiebus@koveb.de melden.
Anstehende Herausforderungen
Trotz der positiven Entwicklung steht die koveb weiterhin vor großen Herausforderungen: Hierzu zählt insbesondere die Elektrifizierung der Busflotte, verbunden mit dem Bau eines neuen Betriebshofs und die Digitalisierung des Betriebs. „Die gesetzlichen Vorgaben und Marktbedingungen sind herausfordernd und führen auch aufgrund unzureichender Förderungen zu hohen finanziellen Belastungen. So gehen wir davon aus, dass wir ab Mai 2029 keine Biogasbusse und Dieselbusse mehr neu zugelassen dürfen“, erläutert Geschäftsführer Hansjörg Kunz. „Andererseits ist der Bau eines neuen Betriebshofs für Elektrobusse aufwendig und eine Inbetriebnahme frühestens 2032 möglich. Daher werden wir pragmatische Lösungen finden, um den Betrieb für unsere Fahrgäste in bekannter Qualität sicherzustellen und weiterzuentwickeln.“
KBG: Erfolgreiches erstes volles Betriebsjahr - Besucherzahlen über Prognose
Das Moselbad Koblenz blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück: Als erstes volles Betriebsjahr seit der Eröffnung im August 2024 konnte das Moselbad eine durchweg positive Entwicklung verzeichnen und die eigenen Erwartungen deutlich übertreffen. Das Defizit des Moselbades liegt mit 4,5 Mio. € rund 500 T€ besser als in der Prognose.
Mit insgesamt rund 210.000 Gästen lag die Besucherzahl spürbar über der ursprünglichen Prognose. Davon entfielen ca. 154.000 Besuche auf den Badbereich, während ca. 56.000 Gäste das Saunaangebot nutzten. Diese Zahlen unterstreichen die hohe Attraktivität des Moselbads für die Region und darüber hinaus. „Neben der erfreulichen Gästeentwicklung konnten im Laufe des Jahres auch die betrieblichen Abläufe weiter optimiert und nachhaltig gefestigt werden. Die internen Prozesse wurden geschärft, sodass wir einen reibungslosen Betrieb und ein konstant hohes Qualitätsniveau gewährleistet können.“, so Prof. Dr. Christian Kuhn, Geschäftsführer der Koblenzer Bäder GmbH.
Im Rahmen der KIPKI-Förderung hat das Moselbad im vergangenen Jahr einen weiteren Schritt Richtung nachhaltiger Energieversorgung umgesetzt. Auf dem Parkplatz wurde eine moderne Photovoltaikanlage installiert. Der hier produzierte Strom wird künftig zu 100 Prozent für den Eigenbedarf des städtischen Hallenbads genutzt. Darüber hinaus bietet die Überdachungskonstruktion Witterungsschutz für Bäderbesucher und Fahrzeuge. Die Anlage umfasst insgesamt 896 Solarmodule und erreicht eine installierte Leistung von 399 kWp. Das Abgerundet wird die Parkplatzüberdachung durch die Installation von insgesamt sechs Ladepunkten für das Aufladen der Elektrofahrzeuge.
Das Moselbad Koblenz bietet ein breites Kursangebot für Kinder und Erwachsene, das von Wassergewöhnung über Anfänger- bis hin zu Fortgeschrittenenschwimmkursen reicht. Das Kursprogramm wird regelmäßig aktualisiert und umfasst sowohl feste Kursblöcke als auch spezielle Angebote wie Hydrohex-Kurse, die mit modernen digitalen Elementen die Motivation und das Training unterstützen. Die Kursbuchung ist einfach online möglich, sodass Eltern und Teilnehmende sich unkompliziert anmelden können.
Das Moselbad Koblenz sieht sich damit gut aufgestellt für die kommenden Jahre und wird auch weiterhin daran arbeiten, sein Angebot kontinuierlich auszubauen und den Besucherinnen und Besuchern ein attraktives Freizeit- und Erholungserlebnis zu bieten.
Oberbürgermeister David Langner betont: „Die Stadtwerke stärken durch den Hafenbetrieb unseren Wirtschaftsstandort, bieten zuverlässige Mobilität und moderne Freizeitangebote. Sie sind damit ein zentraler Pfeiler unserer kommunalen Daseinsvorsorge. Die Leistungen der Stadtwerke stehen für Verlässlichkeit und Innovation. Sie treiben wichtige Zukunftsthemen wie die Energiewende und nachhaltige Infrastruktur mit großem Einsatz voran. Das stabile Ergebnis zeigt, wie wichtig die Arbeit der Stadtwerke, ihrer Beteiligungen und Tochterunternehmen für unsere Stadt ist. Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Engagement und freue mich auf weitere gemeinsame Projekte in Koblenz.“
Insgesamt zeigt sich, dass die Stadtwerke-Gruppe gut für Herausforderungen der aktuellen Zeit aufgestellt ist und diese aktiv angeht. Hierzu zählen auch die weiteren Tätigkeitsfelder im Bereich Wasserversorgung (Vereinigte Wasserwerke Mittelrhein und Wasserwerk-Koblenz-Weißenthurm) sowie der Flugplatz Koblenz-Winningen.
23. Juni 2026